Rotlachs (Sockeye Salmon)

male

female

(ONCHORYNCHUS NERKA), ROTLACHS, BLUEBACK, RED.

Sockeye

Keinem Lachs stellen so viele Sport- und Berufsfischer nach wie dem Rotlachs. Sein Fleisch gilt als das beste aller Lachsarten. Wegen seiner intensiven roten Farbe, wegen des niedrigen Fettgehaltes und auch wegen der idealen Filetgröße (1 bis 3 Pfund) erzielt es den höchsten Preis. Rotlachse werden meist 4 bis 8 Pfund schwer. AIaskarekord ist 16 Pfund (Kenai River, 1974).

Verbreitung: Rotlachse sind weit verbreitet im Nordpazifik und im Arktischen Ozean. Das Verbreitungsgebiet der Rotlachse erstreckt sich von Kalifornien bzw. Hokkaido/Japan im Süden bis nach Bathurst Inlet/Kanada bzw. bis zum Anadyr/Sibirien im Norden.

Beschreibung:  Junglachse und noch nicht laichreife Sockeyes sind am Rücken und auf der Oberseite des Kopfes metallisch grünblau. silbrig an den Flanken und silbrigweiß am Bauch. Laichreife Milchner entwickeln einen starken Buckel und lange Kiefer mit Haken und “Hundszähnen“. Bei beiden Geschlechtern wird der Körper leuchtend dunkelrot, Kopf und Oberkiefer werden olivgrün, das Unterkiefer wird schmutzigweiß.

Rotlachse unterscheiden sich von Königs-, Silber- und Buckellachsen durch das völlige Fehlen der schwarzen Punkte. Von Hundslachsen, die ebenso keine Punkte haben, unterscheiden sie sich durch die grössere Anzahl von Reusen am ersten Kiemenbogen: Rotlachse haben 28 bis 40 lange dünne Dornen, Hundslachse 19 bis 26 kurze, dicke.

Fortpflanzung, Lebensraum: Der Aufstieg in Flüsse und Bäche beginnt in manchen Gebieten bereits Mitte Juni, in anderen Gegenden erst Mitte Juli und dauert in manchen Gebieten (z.B.Kodiak) bis Ende August, Anfang September. Viele Flüsse haben sogar zwei “Runs“ (early run und late run). Meist kommen mit dem zweiten Run die grösseren Fische. Rotlachse kommen vorwiegend in Flusssystemen vor, die aus einem oder mehreren Seen kommen. Seen bieten den planktonfressenden Jungfischen ein besseres Nahrungsangebot als Fliessgewässer. Die Laichzeit ist im Spätsommer oder im frühen Herbst. Die Rogner schlagen innerhalb einiger Tage mehrere Laichgruben, in die sie die Eier portionsweise ablegen und ein oder mehrere Milchner befruchten die Eier. Anschließend bedeckt der Rogner durch Schlagen mit der Schwanzflosse die Laichgrube mit Kies. Bevorzugte Laichplät­ze sind kiesige Seeufer oder langsam fließen­de Bäche. Je nach Größe legt ein Weibchen 2000 bis 4500 Eier ab. Die Brut schlüpft im Frühling und sucht ruhige, nahrungsreiche Wasserzonen auf. In Flusssystemen mit Seen bleiben die Jung­lachse wesentlich länger (bis zu drei Jahre) als in Gewässern ohne Seen, wo sie bereits im ersten Lebensjahr ins Meer ziehen. Auch im Meer ernährt sich der Rotlachs vorwie­gend von Meerplankton und Fischlarven. Nur selten werden kleine Fische gefressen. Es gibt auch Rotlachspopulationen, die ihr ganzes Leben im Süßwasser verbringen. Sie leben in Seen ohne Abfluss. Man nennt diese Lachse, die kaum 3 Pfund schwer werden, ‘Landlocked“ oder “Kokanees“.

Wirtschaftliche Bedeutung: Für die Fischereiwirtschaft Alaskas ist der Rotlachs ohne Zweifel die bedeutendste Lachsart. Es steigen zwar zahlenmässig mehr Buckellachse als Sockeyes auf, jedoch ist der Erlös aus dem Fang von Rotlachsen um ein Vielfaches höher.

Berufsfischer fangen jährlich 30 40 Mio. Rotlachse. Die bedeutendsten Fangge­biete sind in der Bristol Bay und im Prince William Sound.

Sportfischerei: Rotlachse zeigen sehr sel­ten ein aktives oder gar aggressives Beißver­halten und es ist schwierig, sie auf legale Art und Weise, also im Maul gehakt, zu fangen. Es bedarf einer ganz bestimmten Angeltechnik um den Köder (meist Streamer) so zu führen, dass man ihn dem Fisch sozusagen durchs Maul zieht. Die von Sportfischern gefangene Zahl von Rotlachsen ist nicht erfasst, dürfte aber in jedem Fall weit jenseits der Millionengrenze liegen. Die populärsten Ziele für die Angler sind die Kenai Halbinsel und das Iliamnagebiet. Zigtausende Fischer aus aller Welt kommen alljährlich, um dicht gedrängt an den Ufern des Kenai River und des Russian River den Rotlachsen nachzustellen. Am Lake Creek hat die Population stark zugenommen, und ist seit einigen Jahren vor dem "Silber-Run" ein Geheimtipp.

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